Rakotz-Brücke als Accessoire und Gruß in die Welt

Rakotz-Brücke als Accessoire und Gruß in die Welt
Mittwoch, 05. Januar 2022 Teilen Twittern

Rakotz-Brücke als Accessoire und Gruß in die Welt

 

Das Wahrzeichen vom Park in Kromlau gibt es in vielfältiger Form als Souvenir. Nun brachte ein Weißwasseraner einen neuen Artikel auf den Markt.

 

Von Sabine Larbig (saechsische.de)

 

Seit 101 Jahren gibt es das Schuh- und Lederwarengeschäft Hemmo in Weißwasser. Tobias Hemmo führt es aktuell in vierter Generation. Während es in der Zeit seiner Vorfahren reichte, täglich den Laden zu öffnen und Kundschaft zu bedienen, müssen sich Einzelhändler heutzutage immer Neues einfallen lassen, um im durch Corona noch härter gewordenen Wettbewerb mit weltweiter Online-Konkurrenz zu punkten. Der Weißwasseraner setzt seit 2013 daher, parallel zum Laden, auf Onlineverkauf und hat es nicht bereut. Damals ging der auf Lederhandschuhe spezialisierte Onlineshop an den Start. Über ihn beliefert Hemmo inzwischen Kunden in ganz Europa, darunter sogar die Vereinigten Theaterbetriebe Wien. Ein Selbstläufer ist das Onlinegeschäft aber nicht. „Es braucht viel Zeit und ständige Weiterbildung. Man muss sich an Trends anpassen, um erfolgreich am Markt zu bleiben“, bekennt der Unternehmer.

 

Einzelhändler mit Ideen

 

Doch „einfach mal eine Homepage oder einen Social-Media-Kanal starten und auf dem Level bleiben“, bringe keinen Erfolg. „Schlecht im Netz präsent zu sein, ist das Gleiche wie gar nicht“, sagt der Geschäftsmann, der seit Oktober vorigen Jahres noch eine Plattform nutzt, die ihrerseits auf über 35 weiteren Verkaufsplattformen präsent ist. Das habe bereits einiges gebracht. Insbesondere beim Verkauf von Schuhen, wo jetzt schon teilweise die Frühjahrs- und Sommerkollektion ausgeliefert werde, sagt Hemmo.

 

Der Onlineverkauf mache zur Zeit etwa 20 Prozent des Gesamtumsatzes aus, sichere aber das Überleben des Unternehmens mit ab. Besonders seit Corona, wo Kunden gar nicht im Einzelhandel einkaufen durften, durch sich stetig ändernde Regelungen verunsichert sind oder wegen 2G fernbleiben. „Das letzte Weihnachtsgeschäft war dadurch so mies wie noch nie“, erzählt Hemmo. Um online sowie im Vor-Ort-Verkauf zu punkten, lässt sich der Händler regelmäßig neue Warenangebote einfallen – auch mit Bezug zur Heimatregion. „Der Kunde muss sehen, dass man sich kümmert, etwas macht und bietet, was andere nicht haben“, begründet er.

 

Dieser unternehmerischen Einstellung zu verdanken ist ebenfalls die neueste Idee: ein dunkelgrüner Rucksack-Beutel. Das gleichermaßen praktische wie modische Accessoire ist mit den Namen weltweit bekannter Bauwerke und Touristenziele, wie dem Petersdom in Rom oder der ägyptischen Sphinx, bedruckt – und trägt auch den Schriftzug Rakotzbrücke. Immerhin ist das Wahrzeichen des Kromlauer Parks gleichfalls weltbekannt, lockt durch Auftritte in Filmen, Musikvideos, Fotos in sozialen Netzwerken nicht nur weltweit virtuelle Besucher an, sondern Touristen aus aller Welt in die Lausitz und den Park in Kromlau. Ein Grund, weshalb es bereits Schirme, Schwibbögen oder Lego-Spiele mit der Rakotzbrücke gibt. Nun gehört der Rucksack-Beutel mit zum Reigen typischer Touristen-Souvenirs und Gebrauchsaccessoires. „Vielleicht reist so ein Beutel auch mal in die USA , nach Japan oder an die anderen auf ihm erwähnten Orte und Leute schicken Fotos davon. Das wäre echt toll“, meint Tobias Hemmo. Dass er für den Beutel, den es seit 2015 schon in Schwarz mit dem Aufdruck Weißwasser gibt, die Farbe dunkelgrün wählte, hat einen Grund. „Sie passt ideal zur Natur im Landschaftspark“, erklärt der Ideengeber.

 

Einen großen Fan hat der Rakotz-Rucksack bereits: die Kromlauer Blütenkönigin Antonia. Sie ließ sich damit bereits für ihre hoheitlichen Social-Media-Kanäle und Beiträge fotografieren, um damit für den Park zu werben. Zudem plant sie dort noch im Januar ein Gewinnspiel rund um den Landschaftspark von Kromlau. „Als Gewinne werden natürlich die neuen Säcke verlost“, verrät sie. „Es wäre auch toll, wenn es zum Blütenfest einen Stand gäbe, an dem Souvenirartikel vom Park und die Beutel verkauft werden oder wenn die Tourist-Information in Kromlau sie mit verkauft“, meint ihre Hoheit. Eine Idee, die Tobias Hemmo auch toll findet. „Das wäre super. Auch, weil dadurch der regionale Einzelhandel angesichts des Ladensterbens wieder etwas mehr in den Blick der Menschen rücken würde.“


Erste hoheitliche Präsentation

 

Für Blütenkönigin Antonia steht indes bereits fest, dass sie den Rucksack künftig immer im Schlepptau haben wird. Ob bei geplanten Hoheiten-Treffen im Jahr 2022 – die hoffentlich wieder stattfinden – oder auf Reisen und Werbetouren als Botschafterin für den Kromlauer Park. „Der Rucksack ist eine coole Idee, weil er modern und praktisch ist. Ich kann da beispielsweise Flyer, Autogrammkarten, Schmuck oder private Dinge mit mir tragen. Gleichzeitig ist er ein Hingucker und etwas, was nicht jeder Ort hat. Und ich weiß auch, dass er den anderen Hoheiten sicher auffallen wird und sie ihn toll finden.“ „Und“, so die Blütenkönigin von Kromlau weiter, „der grüne unempfindliche Sack lässt sich sogar prima für ein Picknick im Park nutzen.“ Zwar hätte sie sich neben dem Namenszug noch eine Darstellung der Brücke gewünscht. Das allerdings, begründet Tobias Hemmo, sei wegen erforderlicher Lizenzen nicht möglich gewesen. „Außerdem wäre in dem Fall ein günstiger Preis nicht mehr haltbar.“

 

Dennoch hoffen Blütenkönig Antonia und er, dass der vor wenigen Tagen erschienene Artikel sich schnell bei Einheimischen, ehemaligen Einwohnern der Region und bald auch bei Touristen rumspricht. Beworben wird er bereits im Laden und den Verkaufsplattformen des Unternehmens Hemmo. Zwar würden der Inhaber und sein Team ihn lieber in viel mehr direkten Kundenkontakten, statt im Netz, präsentieren. Trotzdem wünscht der 54-Jährige sich und anderen regionalen Einzelhändlern mit Online-Angeboten künftig noch mehr virtuelle Kunden. Nur mit so einem Mix, viel Service und Dienstleistung, erklärt Hemmo, könne sich der Einzelhandel eine gewisse Unabhängigkeit von regionalem Geschehen und Marktentwicklungen, wie sie Pandemie, staatliche Verordnungen und Einschränkungen erschwerend bedingen, verschaffen. Denn nur Kunden können letztlich „hoffentlich die Einzelhandelsgeschäfte in den Städten und Kommunen noch lange erhalten“. Und so können selbst starre Sehenswürdigkeiten wie die Rakotzbrücke den regionalen Handel unterstützen und für eine Sichtbarkeit über die Region hinaus sorgen.

 

© Foto: Joachim Rehle

 

 

Erhältlich im Geschäft oder unter: www.Fingerkleid.de/Rakotzbruecke-Rucksack-Turnbeutel/13529

 


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