15 - Otto der Reiche

15 - Otto der Reiche

Otto, genannt der Reiche, (*1125; † 18. Februar 1190), aus dem Hause der Wettiner war von 1156 bis 1190 Markgraf von Meißen.

Als Sohn Konrads des Großen erhielt Otto nach dessen Tod neben der Grafschaft Camberg an der Saale die Mark Meißen übertragen.
Seine Herrschaftszeit wurde von drei bedeutsamen Ereignissen geprägt: der bäuerlichen Kolonisation, der Entstehung von Städten und des Beginns des Freiberger Silberbergbaues, die ihn voll forderten. Um 1150 erreichte die große Siedlungsbewegung des 12./13. Jahrhunderts den Raum Meißen. Das bedeutete, die ankommenden Bauern aufzunehmen und ihnen entsprechendes Siedlungsland zur Anlage neuer Dörfer zuzuweisen.
So ließ auch Otto ein großes Waldgebiet zwischen Meißen und Böhmen zu diesem Zwecke roden. Die über Jahrzehnte andauernde Stadtbildung konzentrierte sich vor allem auf die Ansiedlung von Kaufleuten an Flussübergängen und Straßenkreuzungen in der Nähe einer Burg. Dort boten die Herrschenden hinzukommenden Handwerkern Platz zum Ansiedeln, ließen so Städte entstehen und gaben ihnen eine Rechtsordnung. Mit der Geldwirtschaft vergrößerten sich auch Macht und Reichtum der Herrscher. 1165 verlieh Otto der Stadt Leipzig das Stadtrecht und förderte die Entstehung weiterer Städte – so auch Freibergs. Nachdem 1168 Fuhrleute die ersten Silbererzadern im Rodungsgebiet entdeckt hatten, handelte Otto rasch, forderte verschenkte Länderein zurück und legte an der Fundstelle einen Herrenhof an.
Er hatte die Zeichen seiner Zeit verstanden, gewährte den Bergleuten genügend Entfaltungsmöglichkeiten, so dass sich von Freiberg aus ein neues Bergrecht ausbreitete. Damit floss genügend Geld in seine Taschen, was ihm den Beinamen „der Reiche“ bescherte. Am 18.2. 1190 schloss er für immer seine Augen.