19 - Nickel von Minckwitz Ritter in sächsischen und kurfürstlich brandenburgischen Diensten geb. um 1485   gest. 1549

19 - Nickel von Minckwitz Ritter in sächsischen und kurfürstlich brandenburgischen Diensten geb. um 1485 gest. 1549

Stellvertretend für die alte Adelsfamilie von Minckwitz mit Besitzungen in Sachsen und der Lausitz steht der Ritter mit dem Sternen besetzten Waffenrock und Flügellanze. Als besonders erwähnenswertes Mitglied der Familie erscheint der während der Reformationszeit lebende Ritter Nickel von Minckwitz. Der Sohn des Obermarschalls Herzog Albrecht von Sachsens  wurde berühmt oder eher berüchtigt durch die so genannte Minckwitzsche Fehde. Nickel hatte sich als Führer eines Söldnerhaufens von einem Mecklenburger Landadligen zur "Schlichtung" eines Streits mit aufbegehrenden Bauern anwerben lassen. Im Vorfeld war es zum Streit zwischen den Obrigkeiten bei der Ausübung der Gerichtsbarkeit in diesem Fall gekommen. Hierbei spielte der ehedem unbeliebte Bischof von Blumental eine unrühmliche Rolle. Die Rache am Bischof sollte Teil des Auftrags für Nickels Reisigen Haufen sein. Bedingt durch die sowieso chaotische Lage im Spannungsfeld zwischen Reformation und Bauernkrieg plünderte der beutegierige Haufen Nickels von Minckwitz mit immerhin 400 Reitern nun gleich noch die Residenz des bereits geflohenen Bischofs. Für diesen unerhörten Angriff auf die Obrigkeit wurde Nickel bald darauf angeklagt und für vogelfrei erklärt, was ihm einige Jahre der Flucht durch halb Europa einbrachte. Erst ein förmlicher Kniefall beim Kurfürsten und die Abbitte beim Bischof rehabilitierten ihn.