20 - Dietrich der Bedrängte

20 - Dietrich der Bedrängte

Dietrich, genannt der Bedrängte (* 1162, † 18. Februar 1221) war von 1198 bis 1221 Markgraf von Meißen. Er wurde als zweiter Sohn des Markgrafen Otto des Reichen geboren.

Dietrich erhielt nach dem Tode seines Vaters Otto des Reichen die wettinischen Güter um Weißenfels, wurde jedoch von seinem älteren Bruder Albrecht - Markgraf von Meißen - deswegen bedrängt. Nach dessen plötzlichen Tod sah sich Dietrich als rechtmäßiger Erbe und wollte die Mark Meißen in Besitz nehmen, doch Kaiser Heinrich VI. zog diese als Reichslehen ein. Als auch er plötzlich verstarb, zog Dietrich als Herrscher in die Markgrafschaft Meißen ein. Die Städte und die ritterlichen Vasallen hielten zu ihm und bewahrten ihre Treue zum angestammten Fürstenhaus Wettin.
In den Machtkämpfen der Zeit schloss sich Dietrich nach dem Tode des Kaisers zuerst dem Staufer-König Philipp an, der ihn die Markgrafschaft Meißen amtlich bestätigte. Als dieser 1208 ermordet wurde, wechselte Dietrich zum Welfenkönig Otto IV. über, um die Markgrafschaft Meißen und damit seine Macht erhalten zu können. Auch Otto bestätigte ihm seine markgräfliche Stellung, belehnte ihn mit der Ostmark und so gewann Dietrich die Grafschaften Eilenburg, Landsberg und Groitzsch-Rochlitz dazu.
Dietrich förderte das weitere Aufblühen der neuentstandenen Städte, verlieh ihnen Stadtrecht und gründete Klöster.
Dietrich galt als ein Herrscher, der die Zügel fest in der Hand hielt, die Zeichen seiner Zeit erkannte, politische Möglichkeiten zu Machterhaltung und -erweiterung nutzte und die Herrschaft der Wettiner im späteren Sachsen erhielt. Sein Beiname „Der Bedrängte“ verweist darauf, dass er zwar vielen Widerwärtigkeiten ausgesetzt war - bedrängt wurde – jedoch auch selbst oft andere bedrängte. Am 17.2. 1221 verstarb er und fand in der Fürstenkapelle Kloster Altzella seine letzte Ruhestätte.