23 - Albrecht II.

23 - Albrecht II.

Albrecht, genannt der Entartete (* 1240, †20.11.1315 in Erfurt) war von 1288 bis 1307 Markgraf von Meißen.

Rücksichtsvoll fehlt auf dem Wandgemälde am Dresdner Stallhof der Beiname Albrechts I. – „der Entartete“. Ganz im Gegensatz zu seinem Vater ist er ein ungefestigter, roher Mann, der dem Geschlecht der Wettiner keine Ehre macht. Fürstliche Tugenden liegen ihm fern.

Schon zeitig sucht er Streit mit seinem Bruder, der nur durch Vermittlung des Oheims geschlichtet werden kann. Gemeinsam mit dem Bruder plant Albrecht einen Anschlag auf den Vater, der ihm daraufhin Enterbung androht. Auch Söhne und Ehefrau haben unter Albrecht zu leiden; nur sein Sohn Friedrich kann auf ihn einen mäßigenden Einfluss ausüben. Mit dem Tod Heinrichs des Erlauchten brechen jedoch alte Erbstreitigkeiten, so um die Mark Meißen, wieder auf, was zur zeitweiligen Festsetzung Albrechts in Rochlitz führt.

Als Landgraf von Thüringen lebt er verschwenderisch und gewalttätig. Mit harter Hand muss König Rudolf von Habsburg in Thüringen den Landfrieden wieder herstellen. Rücksichtslos verkauft und verpfändet Albrecht das Land seiner Vorfahren, um selbst in Saus und Braus leben zu können. Per Vertrag nötigt Friedrich schließlich seinen Vater zur Abdankung.

Nach Albrechts Tod wird er in Erfurt beerdigt. Man sagt, das Grab seiner Väter blieb ihm verwehrt, weil er von ihren Bahnen abgewichen sei.