27 - Wilhelm Friedrich von Milckau Kursächsischer Hofmeister Oberstleutnant geb. 1550    gest. 1623

27 - Wilhelm Friedrich von Milckau Kursächsischer Hofmeister Oberstleutnant geb. 1550 gest. 1623

Der Knappe zu Beginn der Friedrich dem Strengen folgenden Dreiergruppe ist seinem Wappen nach ein Vertreter der Adelsfamilie von Milckau. Seit dem Beginn des 14. Jahrhunderts lässt sich diese Familie im Rochlitzer Amt nachweisen. Vor allem als Kriegsleute in kursächsischen Diensten treten die späteren Nachkommen derer von Milckau immer wieder in Erscheinung. Bemerkenswert scheint das Landsknechtleben des Wilhelm Friedrich von Milckau, der 1565 als Fünfzehnjähriger von seinem Vormund Graf Bruno von Mannsfeld zum Ungarnfeldzug gegen die Türkeninvasion mitgenommen wurde. Nach militärischer Feuerprobe blieb der junge Wilhelm Friedrich beim Kriegshandwerk und beteiligte sich als Fähnrich an den Hugenottenfeldzügen gegen den französischen König und kurz darauf am Krieg gegen Spanien. Nach seiner Rückkehr 1585 wurde er in Kurfürst Augusts Hofstaat als Truchsess (für Küche und Tafel zuständiger Hofbeamter) aufgenommen. Nach Augusts Tod übernahm ihn Kurfürst Christian I. in unveränderter Position. 1591 zog er als Leutnant mit Fürst Christian von Anhalt wieder in den Krieg nach Frankreich. In kaiserliche Dienste trat er 1593, um als Oberstleutnant im Regiment Graf Sebastian von Schlicks und ab 1595 als Kommandeur des Regiments Friedrich Herrn Zscherodings an zahlreichen Waffengängen gegen die Türken in Ungarn teilzunehmen. 1601 kehrte er in kursächsische Dienste als Hofmeister Christians II. zurück, der ihn 6 Jahre später als Oberstleutnant mit der Führung von sechs Kavalleriekompanien betraute. Auch unter dem nachfolgenden Kurfürsten Johann Georg behielt er seine Position, wurde 1612 zum Oberst befördert. 1623 starb Wilhelm Friedrich von Milckau nach 39 Jahren Dienst unter insgesamt vier sächsischen Kurfürsten.