30 - Friedrich der Streitbare

30 - Friedrich der Streitbare

Friedrich der Streitbare (*11.04.1370 bis † 04.01.1428)
1381 Markgraf von Meißen, Landgraf von Thüringen und Pfalzgraf von Sachsen.
1423 Herzog und Kurfürst von Sachsen. Ab 1423 Kurfürst Friedrich I. 

Als sein Vater – Friedrich der Strenge – verstarb, war Friedrich als einer seiner drei Söhne erst elf Jahre alt. Mit 18 Jahren betrat er – nun selbständig handelnd – die Bühne der Geschichte. In Eroberungszügen gegen Franken und an der Seite des Deutschen Ritterordens gegen Litauen erlangte er die Ritterwürde. Im Jahre 1402 schloss er die Ehe mit Prinzessin Catharina von Braunschweig-Lüneburg, die ihm vier Söhne und zwei Töchter gebar.
Gemeinsam mit Bruder Wilhelm II gründete er 1409 die Leipziger Universität und gewährte den vor der Hussittenbewegung aus Prag geflohenen deutschen Studenten und Magistern eine neue Heimstatt. 1417 traf Friedrich in Konstanz den deutschen König Sigmund um von ihm mit den meißnischen Besitzungen belehnt zu werden. Dazu erklärte sich Sigmund sofort bereit, verweigerte jedoch die Belehnung mit böhmischen Gebieten. Trotzdem unterstützte Friedrich König Sigmund im Kampf um die Erlangung der böhmischen Krone. Als Dank belehnte König Sigmund im Gegenzug Friedrich nun mit dessen böhmischen Besitzungen.
Als 1422 mit dem Tod des Kurfürsten Albrechts III. von Sachsen die sächsische Linie des askanischen Fürstenhauses ausstarb, übergab König Sigmund dem meißnischen Markgraf Friedrich das Herzogtum Sachsen. Im August 1425 verlieh König Sigmund dem Wettiner in einem feierlichen Akt die Kurwürde, das Erzmarschallamt und das Herzogtum Sachsen. Erheblicher Landgewinn und die damit verbundene Rangerhöhung erhoben ihn auf die höchste Stufe der deutschen Reichsfürsten. Seitdem wurden die gesamten wettinischen Ländereien als „Sachsen“ bezeichnet.