31 - Ernst von Sachsen

31 - Ernst von Sachsen

Ernst von Sachsen (*24.03.1441 in Meißen † 26.08.1486 in Colditz) war von 1464 bis 1486 Kurfürst von Sachsen

Ernst war einer der beiden von Kunz von Kaufungen geraubten Prinzen. Nach dem Tode des Vaters regierte er ab 1464 gemeinsam mit seinem Bruder Albrecht die wettinischen Lande. Obwohl nicht vom gleichen Tatendrang wie sein Bruder besessen, zeigte Ernst doch stets großes Interesse an der Erhaltung der Macht der Wettiner.
Mit Geschick verwaltete er sein Land, beschränkte sich weitgehend auf dessen Bedürfnisse und weniger auf die der Reichspolitik. Er betrachtete die Kenntnisse in Latein als besonders wertvoll für einen Fürsten – Latein sei ein Harnisch, der nicht drücke, aber viele Erfahrungen gebe. Als Herrscher von redlicher Gesinnung offenbarten sich in seinen Charakterzügen jedoch auch Strenge und Jähzorn.
1479 belehnte seine Schwester Hedwig als Äbtissin in Quedlinburg die beiden Brüder mit der Vogtei über das Stiftsgebiet, das somit in den werdenden sächsischen Territorialstaat einbezogen wurde. Außer Hedwig traten auch Ernsts Söhne Ernst und Albrecht in den geistlichen Stand. Bereits mit 25 Jahren wurde Ernst als Erzbischof von Magdeburg geweiht, und der 1467 geborene Albrecht im Jahre 1482 zum Erzbischof von Mainz. Damit besetzten die Wettiner zwei der sechs deutschen Erzbistümer.
Nach zwei Jahrzehnten gemeinsamer Hofhaltung in gutem Einvernehmen, erfolgte ab 1485 eine endgültige Trennung mit zwei separaten Herrschaftsgebieten, die die Herausbildung der ernestinischen und der albertinischen Linie bewirkten. Nur zwei Jahre nach dem Tod seiner Gemahlin Elisabeth von Bayern schloss Kurfürst Ernst am 26.August 1486 für immer seine Augen und fand in der Fürstenkapelle des Meißner Doms die letzte Ruhestätte.