32 - Friedrich der Sanftmütige

32 - Friedrich der Sanftmütige

Friedrich der Sanftmütige (*22.08.1412 in Leipzig † 07.09.1464 in Leipzig) war von 1428 bis 1464 Kurfürst von Sachsen

Nach dem Tode seines Vaters Friedrich I. des Streitbaren übernahm Friedrich der Sanftmütige mit nur 15 Jahren die Regierungsgeschäfte und trat mit der Übernahme der Markgrafschaft Meißen und des Osterlandes sein Erbe an. Die Eheschließung mit der Habsburgerin Margaretha 1431 schuf eine anhaltende Verbindung zwischen den Herrscherhäusern Wettin und Habsburg.

Friedrichs Regierungszeit wurde lange Zeit von den Hussitenkriegen überschattet. Es folgte der fünfjährige Bruderkrieg mit seinem Bruder Wilhelm III., der trotz der ‚Altenburger Teilung’ 1445 erst mit dem Naumburger Frieden 1451 beendet wurde. Als er von dem ihm treu dienenden Kunz von Kaufungen ein diesem überlassenes Gut zurückforderte und außerdem Geldforderungen verweigerte, raubte Kunz in der Nacht des 7./8. Juli 1455 Friedrichs Söhne – die beiden vierzehn- und zwölfjährigen Prinzen Ernst und Albrecht. Damit wollte er Friedrich erpressen, wurde jedoch gestellt. Friedrich der Sanftmütige zeigte sich danach keineswegs als sanftmütig, sondern ließ Kunz von Kaufungen am 14. Juli 1455 auf dem Freiberger Markt enthaupten.

Friedrich war nach Beendigung des Bruderkrieges um gutnachbarliche Beziehungen zu Böhmen bemüht. Beide Seiten besiegelten ihren Willen zu Versöhnung 1459 im Vertrag von Eger zwischen dem Kurfürst von Sachsen und dem König von Böhmen. Eheberedungen zwischen Söhnen und Töchtern beider Seiten ließen angestauten Zorn und Unwillen verfliegen. Friedrich der Sanftmütige fand nach seinem Tode im Jahre 1464 in der Fürstenkapelle des Meißner Doms seine letzte Ruhestätte.