35 - Georg Schmidt Köhler, Retter des entführten Prinzen Albrecht im Altenburger Prinzenraub

35 - Georg Schmidt Köhler, Retter des entführten Prinzen Albrecht im Altenburger Prinzenraub

Als Retter des jungen Prinzen Albrecht von Sachsen wurde Georg Schmidt aus dem erzgebirgischen Ort Elterlein zum Volkshelden. Im Sommer 1455 hatte eine Gruppe Köhler den Zwölfjährigen aus der Gewalt des Ritters Kunz von Kauffungen entrissen, der seine Rechte gegenüber dem Kurfürsten Friedrich dem Sanftmütigen mit der Entführung der Söhne Ernst und Albrecht durchsetzen wollte. Mit einem kühnen Schlag mit dem Schürbaum soll Schmidt, der eigentlich Turvbell hieß, den in voller Rüstung gekleideten Kauffunger vom Pferd gestoßen haben. So jedenfalls berichten spätere Chronisten. Zum Dank für die glücklichen Vorkommnisse im Grünhainer Wald soll der Kurfürst den Köhler fürstlich belohnt haben. Die Chronisten wissen von jährlichen Kornspenden, dem Recht lebenslangen abgabefreien Kohlebrennens, einer Gedenkmünze ihm zu Ehren und einem Alterssitz auf dem Altenburger Schloss. Längst bezweifelt die moderne Geschichtsforschung die Großzügigkeit des glücklichen Landesvaters, denn schlüssige Dokumente fehlen in dieser Sache gänzlich. In einem Gedenkmanifest erwähnt Kurfürst Friedrich die Köhler mit keiner Silbe. Erst spätere Nachfahren des Köhlers Turvbell wussten aus der Heldentat des Verwandten gewisse Vorteile geltend zu machen.