37 - Friedrich der Weise

37 - Friedrich der Weise

Friedrich der Weise (* 17.01.1463 in Torgau †05.05.1525 in Lochau) war von 1486 bis 1525 Kurfürst von Sachsen

Friedrich der Weise blieb unverheiratet und regierte als ältester Sohn des sächsischen Kurfürst Ernst lange Jahre gemeinsam mit seinem Bruder Johann das Fürstentum. Er lebte vorwiegend in Wittenberg, gründete 1502 dort die Universität und schätzte Wissenschaft und Kunst. 1504 berief er Lucas Cranach als Hofmaler und beauftragte auch den in Nürnberg tätigen Maler Albrecht Dürer mit Werken. 1511 beorderte er Martin Luther als Theologieprofessor an die Universität Wittenberg. Als dieser 1517 durch den Anschlag seiner 95 Thesen verfolgt wurde, stellte sich Friedrich der Weise schützend vor ihn. Die 1518 vom Papst geforderte Auslieferung Luthers lehnte er ab und ließ ihn nach dem Verhör 1521 auf dem Reichstag zu Worms auf der Wartburg in Sicherheit bringen. Damit wurde er zum Schirmherr Luthers und der Reformation und bewies seine humanistische Gesinnung, indem er sich zum einen für jeden seiner Untertanen verantwortlich fühlte; zum anderen missfiel ihm jegliche Einmischung anderer Mächte, wie die des Papstes, in seine staatlichen Hoheitsrechte.
Stillschweigend duldete er die Lehren Luthers und sorgte so für den Fortgang der Reformation. Friedrich der Weise galt als frommer Mann, der stets bedächtig und weise handelte. Nach dem Tode Kaiser Maximilians bedrängten ihn Kurfürsten und Papst, den Thron zu besteigen. In Abwägung seiner Möglichkeiten und Mentalität lehnte er dieses Angebot ab und blieb bis zu seinem Tod am 5.5.1525 ein Landesvater, der mit seiner oft abwartenden Haltung trotzdem dem Neuen mit den Weg bereitete.
Obwohl er sich nicht von der römischen Kirche lossagte, nahm er auf dem Sterbebett das Abendmahl beider Konfessionen entgegen und bekannte sich so stillschweigend zum evangelischen Glauben und damit zu der von Luther begonnenen Reformation der Kirche.