38 - Johann der Beständige

38 - Johann der Beständige

Johann der Beständige (* 30.06.1468 in Meißen †16.08.1532 in Schweinitz) war von 1525 bis 1532 Kurfürst von Sachsen.

Sein Beiname ‚der Beständige’ kennzeichnet Johann als einen Herrscher, der die kursächsische Politik mit Ausdauer betrieb. Lange Jahre führte er nach dem Tode des Vaters gemeinsam mit seinem älteren Bruder Friedrich die Regierungsgeschäfte.
Erst 1513 entschloss er sich zu eigener Hofhaltung in Weimar und entwickelte die zuvor unbedeutende Stadt zu einer wettinischen Residenz. Im Gegensatz zu seinem Bruder öffnete er sich schon bald der Lehre Luthers und förderte die Reformation. Nach dem Tode seines Bruders trat er als Kurfürst 1525 dessen Nachfolge an und übernahm zu Zeiten des Bauernkrieges damit eine schwere Aufgabe. In den Wirren des Krieges stellte er sich an die Spitze eines Bündnisses zum Schutze der Reformation.
Mit der 1527 von Johann angeordneten Kirchenvisitation in Kursachsen legte er den Grundstein für die evangelische Landeskirche. Auf dem Reichstag zu Speyer 1529 bezeugte er seinen Glauben – ‚pro-testierte’ mit anderen Fürsten, die von da ab als Protestanten bezeichnet wurden. Im Nürnberger Religionsfrieden bewies sich die Beständigkeit Kurfürst Johanns um die Anerkennung des Religionsstandes entsprechend der Gedanken Luthers. Dieser verfasste im Einvernehmen mit Kurfürst Johann die Torgauer Artikel, die durch Johann auf dem Reichstag von Augsburg 1530 die Grundlage der Augsburgischen Konfession bildeten und zu den wichtigsten Bekenntnisschriften des Luthertums zählen.
Als Johann der Beständige am 16.8.1532 seine Augen für immer schloss und in der Schlosskirche zu Wittenberg seine letzte Ruhestätte fand, hielt Martin Luther die Grabrede.