39 - Johann Friedrich I. der Großmütige

39 - Johann Friedrich I. der Großmütige

Johann Friedrich I. der Großmütige (*30.06.1503 in Torgau †03.03.1554 in Weimar) war von 1532 bis 1547 Kurfürst von Sachsen und von 1547 bis 1554 Herzog von Sachsen

Johann Friedrich bezeichnete Martin Luther als seinen geistlichen Vater und trat stets für die Verbreitung der lutherischen Lehre ein.
Obwohl er Politik und Religion als Einheit betrachtete, bestimmte trotzdem oft die Religion seine politischen Entscheidungen. Johann Friedrich galt als klug und eigensinnig, besaß eine feste Meinung und vertrat diese gegen jedermann. Dies befähigten ihn im Jahr 1532 zur Übernahme der Regierungsverantwortung, die er mit Augenmaß und seines christlichen Glaubens würdig – ohne kriegerische Auseinandersetzungen – ausübte. Doch bald zwang ihn die Politik und auch der Fortgang der Reformation zu Entscheidungen mit Waffengewalt.
Dabei kam es zu Kontroversen zwischen der albertinischen und der von Johann Friedrich vertretenen ernestinischen Linie der Wettiner, die Kaiser Karl V. zum Anlass nahm, über die beiden evangelischen Fürsten die Reichsacht zu verhängen. Im folgenden Schmalkaldischen Krieg gelangte Kurfürst Johann Friedrich dabei 1547 in die Gefangenschaft des Kaisers, wurde zum Tode verurteilt und zeigte sich trotz aller Repressalien unnachgiebig im Glauben. Diese Haltung kennzeichnet ihn in seiner Zeit als Märtyrer und brachte ihm den Beinamen‚ der Großmütige ein. Nach fünf Jahren entließ ihn der Kaiser 1552 aus der Gefangenschaft.
Gemeinsam mit seiner Gemahlin Sibylle und den drei Söhnen verlebte er ab September 1552 in seiner Residenz in Weimar noch zwei gute Jahre, bevor er am 3. März dort seine Augen für immer schloss. Er gehörte zu den Fürsten der Reformation, denen das Glaubensbekenntnis mehr bedeutete als politische Vorteile.