45 - Moritz von Sachsen

45 - Moritz von Sachsen

Moritz von Sachsen (*21.03.1521 in Freiberg †11.07.1553 in Sievershausen) war von 1541 bis 1547 Herzog von Sachsen und von 1547 bis 1553 Kurfürst von Sachsen

Herzog Moritz von Sachsen zeigte sich im Gegensatz zum Vater willensstark, sehr eigenwillig, nach Macht und Anerkennung strebend und voller Tatendrang.
Gepaart mit äußeren Bedingungen und günstigen Umständen seiner Zeit hat ihn sein Charakter und die Fähigkeit, seine Stärken zu entfalten, zu einem der bedeutendsten Wettiner werden lassen. Im Zwiespalt der Gefühle zwischen Kaisertreue zum katholischen Habsburger Karl V. einerseits und religiösen Fragen der evangelischen Reformation andererseits, betrieb Moritz seit der Übernahme der Regentschaft 1541 als Herzog von Sachsen eine zweigleisige Politik, die ihn ob seiner Jugend anfangs überforderte. Er nutzte zwar die Reformation, bemächtigte sich der verlassenen Klöster und gründete die Fürstenschulen Meißen, Grimma und Schulpforta, stellte sich andererseits jedoch immer wieder auf die Seite des Kaisers.
Mit List und Diplomatie versuchte er, die Treue zum Kaiser und den Reichsangelegenheiten mit der Treue zur Reformation in seinem Handeln zu vereinen. So erreichte er, dass ihm Karl V. die Kurwürde verlieh und ihn 1547 mit dem Kurfürstentum Sachsen belehnte. Durch bittere Enttäuschungen mit dem Kaiser gereift, stellte Moritz sich später an die Spitze einer Fürstenopposition gegen den Kaiser und zwang diesen zur Flucht. Unter seinem Einfluss wurden im Passauer Vertrag 1552 die deutschen Religionsverhältnisse geregelt, und das Haus Wettin stand an der Spitze der deutschen Protestanten.
Sein Leben endete 1553 in einem unbedeutenden Gefecht bei Sievershausen in der Nähe Hannovers auf dem Schlachtfeld durch eine feindliche Kugel. Seine letzte Ruhe fand er im Freiberger Dom St. Marien, wo ein monumentales Grabmal die besonderen Leistungen des Wettiners würdigt.