47 - Christian I. von Sachsen

47 - Christian I. von Sachsen

Christian I. von Sachsen (*29.10.1560 in Dresden †25.09.1591 in Dresden) war von 1586 bis 1591 Kurfürst von Sachsen

Christians Vater Kurfürst August von Sachsen zeugte zwar mit seiner Frau Anna 15 Kinder, doch verstarben die meisten von ihnen bereits im Kindesalter. Einziger männlicher Erbfolger blieb der 1560 geborene Sohn Christian.
Um ihn rechtzeitig auf dessen spätere Regierungsgeschäfte vorzubereiten, übertrug August ihm in jugendlichem Alter einige Amtsgeschäfte mit selbständiger Entscheidungsgewalt. Ihm zur Seite stand der Leipziger Bourgoise Dr. Nikolaus Krell, der Christian umfassend beriet und bald ein unentbehrlicher Freund wurde.
Da Christian I. nach dem Tod seines Vaters als regierender Herrscher sein zügelloses Leben mit ständigem, übermäßigem Alkoholgenuss fortsetzte, entwickelten sich sein Freund Krell - seit 1589 zum Kanzler avanciert- und seine Berater immer stärker zu den bestimmenden Kräften im Kurfürstentum. Christan duldete und unterstützte die von seinem Kanzler Krell betriebene kursächsische Staats- und Religionspolitik und ließ sich in dessen Ränkespielen instrumentalisieren. Diese richteten sich vor allem gegen die Gegner des von Krell anerkannten Calvinismus sowie gegen den Widerstand des Adels, lutherischer Geistlicher und auch gegen seine Feindin, die Kurfürstin Sophia.
Kurfürst Christian interessierte sich kaum für die Geschehnisse in seinem Staat, agierte oft hektisch, unüberlegt und mit wenig Augenmaß, dafür umso leidenschaftlicher bei der Jagd und bei Trinkgelagen, die er trotz ärztlicher Mahnung ständig fortsetzte. So ereilte ihn mit 31 Jahren am 25.9.1591 der Tod. Die sterblichen Überreste wurden im Freiberger Dom ‚St. Marien’ beigesetzt. Der Tod des Kurfürsten bedeutete für Kanzler Krell den Untergang. Kurfürstin Sophia plädierte für die Hinrichtung und wohnte 1601 dessen Enthauptung bei.