48 - Christian II. von Sachsen

48 - Christian II. von Sachsen

Christian II. von Sachsen (*23.09.1583 in Dresden †23.06.1611 in Dresden) war von 1591 bis 1611 Kurfürst von Sachsen

Christian II. war als ältester Sohn Christian I. Kurfürst von Sachsen beim Tod des Vaters für dessen Nachfolge als Kurfürst zu jung. Deshalb führte sein Vormund Herzog Friedrich Wilhelm von Sachsen-Weimar zehn Jahre die Regierungsgeschäfte und übertrug sie seinem Schützling an dessen achtzehntem Geburtstag.
Mit seinen neuen Herrscheraufgaben zeigte sich Kurfürst Christian II. hoffnungslos überfordert. Träge im Denken und Handeln interessierten ihn die sächsische Politik und der Ausbau des Einflusses der Wettiner kaum. Obwohl Kursachsen beim Tode des kinderlosen Herzogs von Kleve Anspruch auf das Land erhob, kamen dem wenig ehrgeizigen und unentschlossenen sächsischen Fürsten andere Herrscher zuvor. Christian II. begnügte sich indessen ohne Landgewinnung mit dem vom Kaiser verliehenen Titel ‚Herzog von Kleve und Jülich’ samt Wappen.
Sein Hass gegen die Calvinisten und seine Treue zum Kaiser führten zu Beginn des 17. Jahrhunderts zum Verlust der sächsichen Führungsrolle in der Ausbreitung und Festigung des protestantischen Glaubens. Christian II. fehlen Weitblick und Reife, Tatkraft und Fleiß. Sein Alltag beschränkte sich auf die Jagd, auf ausschweifende Gelage mit übermäßigen Alkoholgenuss, auf Turniere und Ritterspiele.
Diese wurden ihm 1611 zum Verhängnis, da er sich völlig überhitzt an einem Krug kalten Bieres labte und am Abend des Turniertages – am 23. Juni 1611 – vom Schlag getroffen wurde. Einer der unbedeutendsten Wettiner hatte so mit nur 28 Jahren sein Leben beendet und fand im Freiberger Dom ‚St. Marien’ seine letzte Ruhestätte. Christian II. hinterließ keine Erben, da die mit der dänischen Prinzessin Hedwig 1602 geschlossene Ehe kinderlos blieb.