49 - Johann Georg I. von Sachsen

49 - Johann Georg I. von Sachsen

Johann Georg I. von Sachsen (*05.03.1585 in Dresden †08.10.1656 in Dresden) war von 1611 bis 1656 Kurfürst von Sachsen

Als zweiter Sohn des Kurfürsten Christian I. übte Johann Georg I. von 1611 bis zu seinem Tod 1656 Regierungsgewalt aus. Politisch und militärisch nur wenig interessiert zeigte er sich im Übermaß guten Speisen und Getränken zugeneigt und liebte Jagd und Musik.
Um die Feste noch prunkvoller gestalten zu können, beorderte er 1617 den Musiker Heinrich Schütz an seinen Hof. Als bekennender Protestant hielt er die Treue zum katholischen Kaiser und unterschied so zwischen Reichspolitik und Konfession. Die böhmischen Konfessionsunruhen betrachtete er als eine rein politische Angelegenheit und verhielt sich neutral. Erst durch das Restitionsedikt von 1629, das die Wiederherstellung aller geistlichen Fürstentümer forderte, wandte sich Johann Georg I. von der kaiserlichen Politik ab.
Die Bedrohung des Landes durch den katholischen Heerführer Tilly zwang Georg zur Verbündung mit dem Schwedenkönig Gustav Adolf, dem er Land und Heer zur Verfügung stellte. Erst der Tod des Schwedenkönigs 1632 in der Schlacht bei Lützen gewährte Johann Georg I. wieder freies Handeln. Er beendete den Zwist mit dem Kaiser und schloss mit ihm 1635 den Prager Frieden. Als Dank dafür – jedoch nicht uneigennützig - übereignete ihm der Kaiser die Nieder- und Oberlausitz. Die Schweden verwüsteten nun als Feinde im 30-jährigen Krieg erbarmungslos das Land, so dass er sich 1645 zum Waffenstillstand gezwungen fühlte.
1656 beendete er in Dresden sein Leben. Im Dom "St. Marien" in Freiberg ruhen die sterblichen Überreste eines Herrschers mit wenig Weitblick und Entscheidungskraft.