54 - Johann Georg IV. von Sachsen

54 - Johann Georg IV. von Sachsen

Johann Georg IV. von Sachsen (*18.10.1668 in Dresden †27.04.1694 in Dresden) war von 1691 bis 1694 Kurfürst von Sachsen.

Kurfürst Johann Georg IV. übernahm 23-jährig die Regierungsgeschäfte in Sachsen und galt als sehr fähig. Als ältester Sohn des Kurfürsten Georg III., ließ ihm dieser eine standesgemäße Erziehung angedeihen und nahm ihn mit auf seine Reisen. Dadurch weitete sich der Horizont des jungen Prinzen. Besonderes Interesse und Geschick zeigte er dabei für militärische Belange. Nach seinem Amtsantritt im Jahr 1691 bemühte er sich vor allem um ein gutes Verhältnis zum brandenburgischen Kurfürsten, der – wie Georg – ein Gegner Frankreichs war.
Bei einem gemeinsamen Treffen im Jahr 1692 in Torgau stiftete Georg den Ritterorden der guten Freundschaft als Zeichen ihrer Verbundenheit. Auch die Festigung des Bündnisses zum Kaiser lag dem sächsischen Herrscher am Herzen, und zum Beweis führte er unter seiner eigenen Herrschaft 1693 ein sächsisches Heer von 12.000 Soldaten in den Kampf gegen Frankreich.
Kurfürst Johann Georg IV. zeichneten in seinem Wesen besondere Tatkraft, Urteilsfähigkeit und Weitblick aus; nur in der Liebe war ihm wenig Glück beschieden. Gedrängt von seiner Mutter heiratete er 1692 Eleonore von Sachsen-Eisenach – eine Witwe – doch sein Herz gehörte der nicht standesgemäßen Magdalena Sybilla von Neitschütz.
Er wollte in Doppelehe leben und bewirkte mit 40.000 Talern beim Kaiser die Erhebung Magdalenas in den Stand einer Reichsgräfin von Rochlitz. Doch sie erkrankte 20-jährig an Blattern und verstarb. Georg steckte sich auf ihrem Sterbelager an und folgte ihr am 27. April 1694 nach nur zweieinhalbjähriger Herrschaft in den Tod. Im Freiberger Dom St. Marien fand der Herrscher seine letzte Ruhestätte.