56 - Friedrich August I. der Starke

56 - Friedrich August I. der Starke

Friedrich August I. der Starke (*12.05.1670 in Dresden †01.02.1733 in Warschau) war von 1694 bis 1733 Kurfürst von Sachsen. Durch Übertritt zum katholischen Glauben konnte er am 27. Juni 1697 auch die Königskrone von Polen als August II. Mocny gewinnen, die er nach der Niederlage gegen die Schweden im Großen Nordischen Krieg niederlegen musste, 1709 aber wiedergewann. August II. stützte sich als Wahlkönig Polens hauptsächlich auf Sachsen. Seine Beamten, die Kronarmee und die Staatskasse unterstanden in Polen dem Reichstag (Sejm).

In Sachsen drängte August den Einfluss des alteingesessenen Adels zurück und regierte mittels des 1706 geschaffenen Geheimen Kabinetts.
Als Kurfürst bemühte er sich um die Einführung indirekter, d.h. verbrauchsorientierter Steuern (1703 Generalkonsumakzise). Eine staatliche Förderung der Wirtschaft Sachsens (exportorientiert, Leipziger Messe) nach den Grundsätzen des Merkantilismus trat hinzu. Als wirtschaftlich bedeutsam erwies sich die Reform der sächsischen Post um 1722, die damals die schnellste in Deutschland wurde. Bekannt ist zudem die Nacherfindung des Porzellans durch Böttger, die zur Gründung der Meißner Porzellanmanufaktur 1710 führte.

Zudem war August um den Ausbau der Kunstsammlungen bemüht; Dresden wurde zur führenden deutschen Kunst- und Kulturmetropole des Barock.

August der Starke starb am 1. Februar 1733 in Warschau und wurde in der Königskrypta der Wawelkathedrale zu Krakau begraben. Sein Herz liegt in der Dresdener Hofkirchenkapelle.