60 - Friedrich Christian von Sachsen

60 - Friedrich Christian von Sachsen

Friedrich Christian von Sachsen (*05.09.1722 in Dresden †17.12.1763 in Dresden) war im Jahr 1763 für 74 Tage Kurfürst von Sachsen

Als Drittgeborener übernahm er nach dem Tod des Vaters Friedrich August II. die Herrschaft in Sachsen, da die zwei vor ihm geborenen Brüder bereits im Kindesalter verstarben. Ein angeborenes Rückgratleiden schränkte ihn in seiner Bewegungsfreiheit stark ein und verhinderte auch das Reiten. Trotzdem wohnte ein wacher Geist in ihm, der ihm bereits als jungen Kurprinzen Missstände im Land Sachsen erkennen ließ. Geprägt durch Einfluß und Weitblick des für seine Erziehung verantwortlichen Oberhofmeisters und Kabinettsministers Josef Anton Graf Wackerbarth–Salmour sinnierte Friedrich Christian bereits vor seinem Machtantritt über notwendige Reformen. In seiner Gemahlin Maria Antonia von Bayern fand er seit der Eheschließung im Jahr 1747 eine treue Verbündete. Sie stand ihm geistig nahe und sorgte sich wie er um das Wohl und Wehe des Sachsenlandes, das von Mißwirtschaft und den Auswirkungen des Siebenjährigen Krieges arg gebeutelt war.
Deshalb setzte er sofort nach seinem Machtantritt am 5. Oktober 1763 notwendige Reformen in Gang. Im Gegensatz zu seinem Vater dominierten bei ihm aufgeklärtes, bürgerliches Denken mit einem scharfen Blick für das Staatswesen und die notwendigen Veränderungen. Ihm blieben dafür jedoch nur 74 Tage seiner Amtszeit, denn Blattern und ein Schlaganfall führten am 17.12.1763 zu seinem frühen Tod.
All seine angestrebten Reformen sich auch nach seinem Tod wie von selbst fort. Trotz der geringsten Amtszeit ist Friedrich Christian als Kurfürst einer der bedeutendsten Wettiner. Seine letzte Ruhestätte fand er in der Familiengruft in der Katholischen Hofkirche Dresden.