62 - Anton der Gütige

62 - Anton der Gütige

König Anton der Gütige (*27.12.1755 in Dresden †06.06.1836 in Pillnitz) war von 1827 bis 1836 König von Sachsen.

Trotz seiner 71 Jahren übernahm Anton nach dem Tod seines ohne männliche Nachkommen regierenden Bruders Kurfürst Friedrich August III. –(ab 1806 König Friedrich August I.) im Jahre 1827 die Regentschaft als König Anton von Sachsen. Obwohl er anfangs die starre, konservative Politik seines Bruders beibehielt, bewies er gegenüber der gesellschaftlichen Entwicklung im Land mit notwendigen Staatsreformen Einsichtigkeit und Verantwortung. Er bestimmte seinen um 42 Jahre jüngeren Neffen, Prinz Friedrich August, zum Mitregenten, da sein Bruder Maximilian auf die Thronfolge verzichtete.
König Anton erkannte die Grenzen seiner Fähigkeiten als oberster Landesvater und gewährte deshalb dem jüngeren Mitregenten den nötigen Handlungsspielraum, ohne sich aus eigener Verantwortung zu stehlen. So konnten sich die eingeleitenden Reformen - wie die lange eingeforderte und sehr bedeutende Verfassungsreform – weiter entfalten, und die konstitutionelle Monarchie auf Basis bürgerlich – liberaler Grundzüge einen friedlichen Übergang Sachsens in eine bürgerliche Epoche einleiten. Auch wenn ihn die Historie mitunter als unbedeutenden Herrscher kennzeichnet, bewies er stets charakterliche Größe, achtete die Meinungen anderer und zeigte sich freundlich und gütig. In seiner Ehe war König Anton wenig Glück beschieden. So verstarb seine erste Frau bereits im ersten Jahr der Ehe, und Maria Theresia als zweite Gemahlin kurz nach Antons Machtantritt. Die vier Kinder aus dieser Ehe verstarben bereits im Säuglingsalter, so dass es Anton nicht vergönnt war, die Dynastie aufrecht zu erhalten. Sein Leben vollendete sich in Stille am 6.6.1836 in Pillnitz, und er fand in der Familiengruft der Katholischen Hofkirche Dresden seine letzte Ruhestätte.