75 - Student der Universität Leipzig

75 - Student der Universität Leipzig

Student der Universität Leipzig.

Die Universität LeipzigAlma Mater Lipsiensis (AML) – ist die größte Hochschule in Leipzig. Mit ihrem Gründungsjahr 1409 ist sie auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland die zweitälteste seit ihrer Gründung ohne Unterbrechung arbeitende Universität.
Nachdem infolge von Streitigkeiten an der Karls-Universität Prag im Zusammenhang mit der Hussiten-Bewegung der böhmische König Wenzel IV. durch das Kuttenberger Dekret die dortige
böhmische Nation gegenüber den anderen Universitätsnationen bevorzugte, zogen 1409 etwa 1000 der dortigen deutschen Lehrkräfte und Studenten nach dem in der damaligen Markgrafschaft Meißen gelegenen Handelszentrum Leipzig, wo die Artistenfakultät den Lehrbetrieb aufnahm. Dieser wurde sofort von der Stadt ein Gebäude in der Petersstraße übereignet. Noch 1409 wurde das „Studium generale“ durch Papst Alexander V. bestätigt. Am 2. Dezember 1409 wurde Johannes Otto von Münsterberg zum Rektor gewählt und die Universitätssatzung verlesen.

Die Landesherren, Friedrich der Streitbare und Wilhelm der Reiche, bewilligten der Universität anfangs einen Jahresetat von 500 Gulden. Hieraus wurden je Universitätsnation fünf Magister bezahlt. Die übrigen mussten ihren Lebensunterhalt aus Studien- und Prüfungsgebühren sowie anderen Einkünften selbst bestreiten.

Zu den Studia humanitatis sind in Leipzig spätestens seit 1462 konkrete Überlieferungen vorhanden, die sich u. a. mit den Namen von Peter Luder und Hartmann Schedel verbinden lassen. Von Luder ist die Leipziger Einladung zu seiner Antrittsvorlesung erhalten geblieben. Luder war gewissermaßen der Kristallisationspunkt der humanistischen Bewegung. Mit seinem baldigen Weggang aus Leipzig folgten ihm seine Schüler nach Italien und der Leipziger Humanistenkreis löste sich auf.[6] im Jahr 1479 immatrikulierte sich Konrad Wimpina an der Universität. Dieser widmete der Universität und der Stadt eine in lateinischen Versen gehaltene Beschreibung in den Jahren 1485 bis 1490.[7][8]

1415 wurde mit ihrem ersten Dekan, dem schon im Oktober 1409 an der Universitätsgründung beteiligten Gerhard Hohenkirche die medizinische, 1446 die juristische Fakultät gegründet. Mit der Fakultätsgründung war offenbar auch das Recht zur Führung eigener Siegel verbunden. 1543 wurde die Universität durch Übernahme des ehemaligen Dominikanerklosters mit der Klosterkirche St. Pauli stark erweitert. Zwei Jahre später wurde diese durch Martin Luther als Universitätskirche geweiht. Caspar Borner und Joachim Camerarius stehen als Vertreter der Universität beispielhaft für eine enge Verbindung von Humanismus und Reformation und damit für die Erneuerung der Universität. Diese wurde überschattet durch den Schmalkaldischen Krieg von 1546/47 und den Tod Caspar Borners.

Bis in reformatorischer Zeit stellte der Bischof von Merseburg als Vertreter des Papstes zugleich auch den Kanzler der Universität. Für die Folgezeit konstatiert Jens Blecher: „Besonders der Landesherr gewinnt nach 1542 als Schutzherr der Universität wesentlich mehr Einfluss, zunächst durch das Besetzungsrecht über die landesherrlich gestifteten Professuren und weiterhin über das Merseburger Bistum und das damit verbundene Kanzleramt. Denn nach dem Tod des letzten katholischen Bischofs begleiten die Wettiner als Administratoren[14] fortan die Geschicke des Bistums.“