90 - Bergmann

90 - Bergmann

Ein Bergmann als Vertreter des ländlichen Standes.

Der Bergmann war ein anerkannter Stand. Der Ursprung des sächsischen Bergbaus liegt im Mittelalter. Um das Jahr 1168 wurde nach einem Aufsehen erregenden Silberfund die Gegend um Freiberg besiedelt und die Siedlung 1186 durch Markgraf Otto den Reichen zur Stadt erhoben, die sich zügig entwickelte. Der Bergbau sorgte in den folgenden 700 Jahren für die Prosperität des Landes. Ein Bergamt in Freiberg findet seit dem Jahr 1241 Erwähnung. Seit 1244 ist in Freiberg die erste Münze des Landes ansässig. 1307 wird das bereits lange Zeit angewandte Freiberger Bergrecht niedergeschrieben, es galt in großen Teilen Europas.

Nach dem vorübergehenden Niedergang des Silber- und Metallerzbergbaus wird er ab Mitte des 15.Jahrhunderts mit neuer Blüte auf das erzgebirgische Revier im Raum Altenberg, Schneeberg und Annaberg ausgedehnt. Der Rechenmeister Adam Ries wird 1523 Bergbeamter in Annaberg. 1509 wurde von Herzog Georg die Annaberger Bergordnung erlassen, die bis ins 19. Jahrhundert die maßgebliche Grundlage des Bergrechts in Mitteleuropa war.

Die erste Erwähnung eines Bergmeisters erfolgte 1241. Ab Mitte des 16. Jahrhunderts entwickelte sich das Oberbergamt heraus, das Gründungsjahr 1542 ist umstritten. Das Oberbergamt war Keimzelle der 1765 gegründeten ersten wissenschaftlichen Hochschule der Welt, der Bergakademie Freiberg. Der Bergmann schuf mit seiner Arbeit die Grundlage für den Reichtum Sachsens.