FürstenzugFakten zum historischen Fürstenzug

  • 94 Personen (35 Markgrafen, Kurfürsten und Könige Sachsens sowie 59 Wissenschaftler, Künstler, Handwerker, Soldaten, Kinder und Bauern), 45 Pferde und 2 Windhunde
  • 1872 bis 1876 durch den Dresdner Künstler Wilhelm Walther zunächst in Sgraffitotechnik ausgeführt
  • 1904 bis 1907 durch ca. 25.000 Keramikfliesen der Meißner Keramikmanufaktur ersetzt und an der Nordseite des Dresdener Residenzschlosses in der Augustusstraße, Dresden montiert
  • 1945 kaum beschädigt (nur 200 schadhafte Kacheln)
  • 1979 bis 1980 gereinigt und restauriert
  • 102 m Länge
  • 9,5 m Höhe
  • 957 m² Fläche

Fakten zum Lebendigen Fürstenzug

Idee

  • Im Rahmen des Mittelsächsischen Kultursommers anno 2003 erlebten tausende Besucher in Seelitz einen Herrschenzug mit mehr als 420 Teilnehmern, 14 Kutschen - ein bunter Bilderbogen sächsischer Geschichte. An dem Tag wurde die Idee geboren: Andreas Lorenz und die damalige Geschäftsführerin des Mittelsächsischen Kultusommers prägten den entscheidenden Satz: Wenn wir das geschafft haben, dann schaffen wir auch den Fürstenzug
  • Werdegang Träger

  • September 03 – RFV Seelitz und Miskus
  • Januar 04 – Vorstellung und Befürwortung Projektidee im Koordinierungskreis Kohrener und Rochlitzer Land
  • April 04 – Interessengemeinschaft aus Reit- und Fahrverein (RFV) Seelitz, Netzwerk Mittweida, Schloss Rochlitz und Mittelsächsischer Kultursommer (Miskus) unter Koordinierung des Regionalen Umsetzungsmanagements Kohrener und Rochlitzer Land
  • Februar 05 – Vereinsgründung Der Fürstenzug zu Dresden e.V. mit Sitz auf Schloss Rochlitz – Mitglieder: RFV Seelitz, Seelitzer Freizeit GmbH, Stadt Rochlitz, Gemeinde Seelitz, HVV Rochlitzer Muldental, Netzwerk, Schloss Rochlitz und Miskus
  • Oktober 05 Schirmherr Prof. Dr. Andreas Schramm, Vorsitzender Kulturkonvent, Landrat Landkreis Mittweida

    Ziele

  • Geschichte lebendig werden lassen
  • Region ein einzigartiges Highlight geben und damit Bekanntheitsgrad steigern -Leuchtturmfunktion
  • Kulturellen und touristischen Höhepunkt für Region schaffen
  • Besucherzahlen steigern
  • Regionale Kompetenzen bündeln und Mehrwert schaffen
  • Sinnvolle Beschäftigung und kreative Weiterbildung für arbeitslose Frauen, nicht nur aus Textilbranche
  • Jugendliche für Handarbeit begeistern und auf geregeltes Arbeitsleben vorbereiten
  • Frauen und Jugendliche in Marktersatzmaßnahme können mit Stolz auf Beteiligung an einem zukunftsträchtigen, für die Region bedeutsamen Projekt verweisen
  • im einstigen wettinischen Regierungssitz ziehen wieder Fürsten ein

    Realisierungszeitraum

  • 28 Monate
  • Unterteilung in 6 Etappen

    Kosten

  • Personal- u. Sachkosten inkl. Investitionen Schloss = 1,5 Mio Euro
  • reine Materialkosten fast 200.000 Euro

    Werdegang Kostüme

  • ursprüngliche Idee: Nutzung Kostümfundus des Miskus mit 2.500 Gewändern, aber nicht eins entsprach dem Vorbild
  • Miskus nähte erste Kostüme (Herold, Spielmannszug) aus einfachsten Mitteln
  • seit 1. Juli 2004 AB-Maßnahme bei Netzwerk e.V., später Arbeitsgelegenheiten über Arge nach SGB II
  • Waffen, Rüstungen, Orden – Recherche, Beschaffung/Herstellung durch Schloss
  • August d. Starke + Uniformen 5. Etappe nähte Modeatelier Bissinger Dresden
  • Schuhe – mittelalterliche größtenteils durch Netzwerk mit Chemnitzer Orthopädieschuhmacher Meischner, aufwändige durch Ravensburger Theaterschuhhersteller
  • Perücken + Bärte – Chemnitzer Perückenmacherin Leistner, viele Darsteller ließen auch wachsen
  • strikte Nummerierung von Kostümen, Zubehör + Darstellern selbst

    Materialverbrauch

  • ca. 1.400 m hochwertige Stoffe sowie viele hundert Meter Futterstoffe, Rosshaar, Klebevlies
  • mehr al 1000 Knöpfe, Haken und Ösen
  • etwa 100.000 m Stickgarn (vor allem Gold- und Silberfaden), 5.000 m Wolle und 250.000 m Nähfaden
  • u.v.m.

    Arbeitsplätze

  • insgesamt 137 geförderte Personen über AA oder ARGE
  • aus Team der Näherinnen fanden 10 Frauen einen neuen Arbeitsplatz
  • eine Frau wagte in Form einer Ich-AG den Schritt in die Selbstständigkeit

    Meilensteine

  • Präsentation der ersten Etappe vor Dresdner Original am 19.10.04 – Paukenschlag – danach melden sich viele Darsteller um am Projekt mitzuwirken, ab hier stand Beteiligung am Festumzug fest
  • neben Vereinsproben individuelle Reitstunden nach Bedarf
  • zunächst Proben der einzelnen Etappen ohne Kostüm zum Kennenlernen + Testen Zusammenspiel Reiter/Läufer
  • Kostümprobe Etappen 1 bis 3 am 02.09.05
  • Kostümprobe in Seelitz am 20.05.06
  • Generalprobe in Rochlitz am 29.07.06
  • Premiere in Dresden am 27.08.06
  • 1. regionaler Auftritt von Rochlitz nach Seelitz am 10.09.06
  • Semperopernball am 19.01.07
  • Ausstellungseröffnung im Schloss am 13.05.07

    Darsteller

  • waren schnell gefunden, meldeten sich insbesondere nach Veröffentlichungen in den Medien von selbst
  • überwiegend Großraum Rochlitz und Dresden, aber auch aus anderen Orten Sachsens
  • inzwischen existiert eine Warteliste
  • Fürsten mussten sich mit mindestens 1.000 einbringen oder einen Sponsor suchen
  • unterschiedlichste soziale Schichten vom Professor über den Unternehmer bis zum Arbeiter
  • Gemeinsamkeit: Interesse an sächsischer Geschichte und Begeisterung für das Mammut-Projekt
  • zwischen den Auftritten finden von Zeit zu Zeit Treffen der Darsteller und Helfer statt, z. B. Dankeschön-Veranstaltung, Weihnachtsfeier…

    Aufwendungen Auftritt

  • 6 Busse
  • 2 LkW
  • 15 Gespanne
  • 12 Pkw
  • 94 Darsteller
  • über 100 Helfer (inkl. Verein)
  • 45 Pferde (+ 3 Ersatz)
  • 1 Hund
  • Kosten im fünfstelligen Bereich

    Geldzuwendungen

  • Eigenbeteiligung Schloss Rochlitz
  • Private Spenden in deutlich fünfstelliger Höhe
  • Hauptsponsor Erdgas Südsachsen
  • Fördermittel Kulturraum Mittelsachsen
  • Fördermittel Landkreis Mittweida
  • Sponsoring
  • Kostümpatenschaften

    Besonderheiten

  • Bei den Schneiderarbeiten wurde durch den Verein Nr. 94 (Hut und Träger der Fahne mit Eule) entdeckt. Bisher gingen alle Publikationen von 93 Personen aus.
  • Aufwändigstes Kostüm: Kurfürst August – am Umhang wurde ein Jahr gestickt
  • Schwierigstes Kostüm: Hellebardenträger Nr. 43 – einziger Läufer mit Rüstung- Diese wiegt ca. 25 kg und wird vor Auftritten zum Üben mit nach Hause genommen.
  • Teuerstes Kostüm: August der Starke, ca. 5.000 Euro
  • Problem Wärme: Entgegen ursprünglicher Vermutungen geht es den Rüstungsträgern bei Hitze relativ gut; schwerer haben es die Fürsten mit mehreren Lagen aus Samt und Fell
  • Schuhe/Strümpfe: viele Herren sind nun erfahren im Tragen von Seidenstrümpfen und Absatzschuhen
  • Lustigste Probe: Schauspieler Klaus-Dietmar Matthes (=August der Starke) probte mit dem Fußvolk die richtige Haltung. Da Waffen und Fahnen noch nicht fertig waren, marschierte man bei rhythmischer Popmusik mit Besen und Schneeschiebern bewaffnet über den Parkplatz des Seelitzer Reiterhofs

    Resonanz

  • Premiere Dresden- 1,5 Mio. Zuschauer in DD, erstaunlich viele über Projekt und Region Rochlitzer Muldental informiert
  • Auftritt Rl/Seelitz – ca. 10.000 Besucher
  • Ausstellungseröffnung 13.05.07 mit ca. 700 Gästen
  • spürbare Steigerung der Besucherzahlen im Schloss
  • selbst eilige Besucher vergessen in der Ausstellung die Zeit

Was ist seitdem geschehen:

  • Leider gibt es keine Ausstellung auf Schloss Rochlitz. Seit vielen Jahren werden damit die Kostüme nicht mehr der Öffentlichkeit gezeigt. Ein Versprechen wurde nicht gehalten.Eine Hoffnung aber bleibt. Das älteste Gebäude in Rochlitz wird zur Zeit aufwändig instand gesetzt. Es ist angedacht, dass dort ein Teil der Kostüme präsentiert werden kann.